Die DRK-Gemeinschaftsstiftung und ihre Aufgaben

Inzwischen sind seit der Überreichung der Stiftungsurkunde vom Regierungspräsidenten an den DRK Ortsverband Oelde sieben Jahre vergangen. Der DRK Ortsverband hat Jahre zuvor eine hohe Erbschaft von dem verstorbenen Ehepaar Carl Feldmann in Höhe von 600.000 DM angetreten. Im Vorstand des DRK gab es intensive Diskussionen, was mit dem Geld am sinnvollsten zu machen sei. Um dauerhaft im Sinne des Roten Kreuzes damit Gutes tun zu können, beschlossen wir, dieses Geld als Grundstock für eine Gemeinschaftsstiftung zu verwenden. Da jegliche Stiftung strengen Auflagen unterliegt und auch ganz bestimmten Formalien genügen muss, beauftragten wir das auf die Errichtung von Stiftungen spezialisierte Büro Dr. Weger, die Voraussetzungen zu schaffen. Im Juni 1999 überreichte uns in einem würdigen Akt der Regierungspräsident Herr Twenhöven in Münster die Stiftungsurkunde.

Grundlage für die Stiftung ist die Satzung, die wir gemeinsam mit dem Büro Dr. Weger ausgearbeitet haben. Uns kam es besonders darauf an, dass aus der Satzung schon hervorgeht, dass die Gemeinschaftsstiftung Oelde die Gelder in räumlicher Nähe zu verwenden hat. Wir sind auch durch die Satzung dazu verpflichtet, im nahen Umkreis von Oelde tätig zu werden und nicht beispielsweise bei Katastrophen oder kriegerischen Auseinandersetzungen in anderen Ländern zu helfen. Dieses sollte nicht unsere Aufgabe werden, dafür sind andere Institutionen mehr prädestiniert; unsere Mittel wären auch in dem Sinne viel zu bescheiden, um in den Dimensionen irgendetwas zu bewirken. Zweck der Stiftung ist u. a. die Förderung der Katastrophen- und Rettungshilfe, des Wohlfahrts- und Gesundheitswesens, der Jugendhilfe sowie die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen, die aufgrund ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Darüber hinaus ist festgelegt, dass auch Personen, die sich unverschuldet in einer wirtschaftlichen Notlage befinden, z. B. durch finanzielle Zuwendungen Beistand erhalten.

Die Stiftung wurde mit einem Anfangsvermögen von 600.000 DM ausgestattet. Das Stiftungsvermögen darf nicht angegriffen werden, es ist in seinem Wert zu erhalten.

Die Stiftung wird geführt vom Vorstand, der aus zwei Personen besteht, und vom Kuratorium, in dem sieben Personen vertreten sind. Der Vorstand besteht aus den Herren Dr. Nienhaus und Jürgen Stratmann; Herr Dr. Steltmann ist als ehemaliges Mitglied des Vorstands noch beratend tätig.

Das Kuratorium ist aufzuteilen in drei Personen, die als Vertreter des öffentlichen Lebens im Kuratorium tätig sind. Das sind die Herren Norbert Pinkerneil, Helmut Predeick und Gerd Stövesand. Lt. Satzung ist es erforderlich, dass im Kuratorium vier von den insgesamt sieben Mitgliedern Vertreter aus dem DRK Ortsverein Oelde sind. Dabei handelt es sich zurzeit um die Personen Ingo Baum, Dr. Helmut Habig, Frank Reinke und Dr. Ulrich Schoppmann. Der Vorstand verwaltet das Stiftungsvermögen, stellt den Haushaltsplan auf, vertritt die Stiftung nach außen und führt die Beschlüsse des Kuratoriums durch. Das Kuratorium selbst entscheidet über die Verwendung der Stiftungsmittel, d. h. über die Erträge aus dem Stiftungsgeld. Er bestimmt die Vorstandsmitglieder und hat den Haushaltsplan zu genehmigen.

Wir haben uns in der Stiftung die Beschränkung gegeben, lokale Projekte zu fördern. Darüber hinaus ist bereits in der Präambel der Satzung festgelegt, dass nur DRK-Aufgaben nach den Bestimmungen der Genfer Rote-Kreuz-Abkommen sowie nach den Grundsätzen der internationalen Rote-Kreuz-Konferenzen gefördert und unterstützt werden.

In diesem Sinne haben wir in den letzten Jahren Projekte gefördert, von denen hier beispielhaft einige aufgeführt werden sollen:

    

  • Selbsthilfegruppe medizinisch erkrankter Personen
  • Projekt „Gleichschritt“, das sich mit der Integration und insbesondere der Verbesserung der Bildungschancen türkischer Kinder widmet und hier Hilfe leistet
  • Projekt „Pro Arbeit Oelde“, u. a. mit der Anschaffung mehrerer Reinigungskarren
  • Längere Mietzahlung im Projekt „1 + 1 Wohnen - Arbeiten - Freizeit“ an der Albrecht-Dürer-Straße, um behinderten Personen die Gelegenheit zu geben, ihren Haushalt alleine zu führen
  • Seniorenhandwerkerdienst
  • Geräte für den Rettungsdienst der Freiwilligen Feuerwehr Oelde
  • Anlässlich der Landesgartenschau in Oelde veranstaltete die Gemeinschaftsstiftung am 1. September 2001 einen Galaabend, dessen Reinerlös von immerhin stattlichen 30.000 DM für Anschaffungen in der Intensivmedizin des Marienhospitals Oelde eingesetzt wurde
  • Ermöglichung diverser Ferien- bzw. Kuraufenthalte für alte und behinderte Menschen
  • Ferienlager der Jugendlichen aus den Oelder Kirchengemeinden
  • Spielgruppe im „Zauberwald“
  • Hilfreiche und nützliche Anschaffungen für behinderte Menschen, die dafür keine Unterstützung durch eine Krankenkasse etc. erhalten
  • Finanzielle Zuwendungen an unschuldig in Not geratende Personen


Die Gemeinschaftsstiftung hat Interesse daran, dass wirklich hilfsbedürftigen Personen in Oelde und Umgebung geholfen werden kann. Aus dem Grunde bittet die Stiftung auch darum, dass ihr unterstützungswürdige Fälle mitgeteilt werden.

Von Anfang an ist in der Stiftungssatzung die Möglichkeit offen gehalten worden, so genannte Zustiftungen zu machen. Dabei ist daran gedacht, dass Personen vielleicht einen Teil ihres Nachlasses der Oelder DRK-Stiftung zukommen lassen, um damit vornehmlich der Allgemeinheit einen dauerhaft guten Dienst zu erweisen. Der Nachlasser kann allerdings auch einen teilweise eigennützigen Zweck damit verbinden, denn das Stiftungsrecht lässt zu, dass bis zu einem Drittel der Erträgnisse aus der Stiftung unter bestimmten Umständen auch nicht allgemeinnützig verwandt werden können. Der Nachlasser könnte beispielsweise bestimmen, dass dieses eine Drittel dazu benutzt wird, um dauerhaft sein Grab zu pflegen, d. h. dass die Stiftung dauerhaft einen Grabpflegedienst bezahlt. Das Geld könnte auch dazu benutzt werden, um beispielsweise ein Familienmitglied lebenslang zu unterstützen. Eine Zustiftung kann auch, sofern gewünscht, als eine selbständige Zustiftung mit einem eigenen Namen geführt werden. Bisher ist es zu wenig bekannt, dass eben bis zu einem Drittel der Erträgnisse einer gemeinnützigen Stiftung auch für private Zwecke verwandt werden kann. Dies sollte doch noch erheblich bekannter werden, damit eventuell mehr Personen als bisher bereit sind, einen Teil ihres Nachlasses einer Stiftung zur Verfügung zu stellen.